Ab Mittwoch gilt in Tschechien Rauchverbot

Prager Stadtteile erwarten mehr Lärm und Zigarettenstummel vor Kneipen

An Mittwoch, dem 31. Mai darf in Tschechiens Kneipen, Restaurants und Klubs nicht mehr geraucht werden. Der Tag ist nicht willkürlich gewählt, es handelt sich um den von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltnichtrauchertag, der seit 1987 alljährlich am 31. Mai stattfindet.

Die Prager Stadtteile bereiten sich bereits auf Probleme mit Rauchern vor, die vor den gastronomischen Einrichtungen ihrem Laster frönen werden. Man erwartet, dass sich auf den Gehsteigen in der Nähe von Kneipen größere Gruppen von Rauchern bilden werden, die in Rauch eingehüllt den Lärmpegel werden spürbar ansteigen lassen. Manche Stadtteile planen deshalb den Einsatz von speziellen Anti-Konflikt-Teams.

Das neue Verbot gilt in allen Kneipen und Restaurants. Eine Ausnahme gibt es für elektronische Zigaretten und für Wasserpfeifen. Geraucht werden darf nur noch im Freien. Das im Dezember vergangenen Jahres verabschiedete Gesetz verbietet auch den Verkauf von hochprozentigen alkoholischen Getränken auf Sportveranstaltungen und führt ein striktes Alkoholverbot auf Kinderveranstaltungen ein.

Der Stadtteil Prag 1 hat bereits 600.000 CZK (ca. 22.000 EUR) für Anti-Konflikt-Teams zur Verfügung gestellt, die die Einhaltung des Rauchverbotes kontrollieren sollen. Vier Gruppen von je vier Personen werden deshalb vor allem in den von Touristen beliebten Gegenden Prags unterwegs sein.

"Zigarettenrauch belästigt Menschen, die in Wohnungen oberhalb von Kneipen wohnen. Und auf den Straßen wird es Lärm geben und Zigarettenstummel werden überall herumliegen," verteidigte der Bürgermeister von Prag 1 Oldřich Lomecký die Schaffung der Anti-Konflikt-Teams.

Der Stadtteil Prag 4 hat sich für eine andere Lösung entscheiden, zumindest was das Problem mit Zigarettenstummeln betrifft. Die Leitung des Stadtteils hat eine Werbekampagne mit dem Titel "Stopp den Zigarettenstummeln" ("Stop nedopalkům!") gestartet. Im Rahmen der Aktion will Prag 4 an Raucher spezielle Behälter für eine Zigarettenschachtel einschließlich Aschenbecher verteilen.

Das Rauchverbot gilt nicht nur in Prag. So will die Stadt Brünn in Mähren zehn weitere Straßenkehrer einstellen, die sich um die zusätzlich anfallenden Zigarettenstummel kümmern sollen. Der Stadtteil Brünn-Mitte wird den Kneipenbetreibern erlauben, Aschenbecher vor ihren Betrieben aufzustellen, ohne dafür die übliche Gebühr einzufordern. Gegenwärtig müssen sie eine Verwaltungsgebühr entrichten, wenn sie auf Gehwegen Schilder oder andere Gegenstände wie Aschenbecher aufstellen wollen.

Experten sind der Meinung, dass das Rauchverbot schwer zu umgehen sein wird. Ein Weg könnte die Transformation des gastronomischen Betriebes in einen privaten Klub sein, der Rauchen erlaubt. Auch bemühen sich einige Kneipenbesitzer immer noch, das Gesetz zu kippen, aber der Trend in Europa geht eindeutig in Richtung Rauchverbot. Die Tschechische Republik war eines der letzten Länder in der Europäischen Union, in der Rauchen in der Gastronomie noch erlaubt war.

Etwa drei von vier Personen in Tschechien befürworten das Rauchverbot. Im Land rauchen 28 Prozent der Bevölkerung, was etwa vier Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt ist. In Vergangenheit gab es bereits einige Versuche, gesetzlich ein Rauchverbot durchzusetzen, aber bis auf den letzten sind alle gescheitert.

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