Verkehr auf der Kleinseite wird eingeschränkt

Der beliebte Kleinseitner Ring bekommt ein attraktives Aussehen

Der Kleinseitner Ring (Malostranské náměstí) ist Teil des sogenannten Königsweges, der bekanntesten Touristenroute durch die Prager Altstadt, die vom Wenzelsplatz (Václavské náměstí) über die Karlsbrücke auf den Hradschin führt. Tausende Besucher Prags kommen hier täglich vorbei. Es ist eigentlich unglaublich, dass über den Kleinseitner Ring eine der wichtigsten Verkehrsadern des linken Moldauufers führt, die den Süden mit dem Norden der Stadt verbindet. Außerdem befindet sich der Platz auf einer vielbefahrenen Straßenbahnstrecke. Durchschnittlich kommt hier alle 48 Sekunden eine Straßenbahn vorbei.

Bis Juli vergangenen Jahres war der untere Teil des Ringes sogar ein Parkplatz, der vor allen von Abgeordneten des anliegenden Parlamentes genutzt wurde. Der Parkplatz wurde zwar offiziell abgeschafft, was zu lautstarken Protesten einiger Parlamentarier führte, trotzdem parken hier Autos weiterhin und der Platz als solches – wenn man von den ihn umgebenden wunderschönen historischen Gebäuden absieht – ist nicht sonderlich attraktiv.

Das soll sich nun ändern. Der Stadtrat beschloss diese Woche, den Verkehr auf der Kleinseite einzuschränken und gleichzeitig den ganzen Kleinseitner Ring zu rekonstruieren. Durch die geplante Verkehrsberuhigung sollen die Autofahren motiviert werden, bereits existierende Tunnelsysteme zu nutzen.

Die Verkehrsberuhigung soll sich auf das Gebiet zwischen Újezd und Malostranská beziehen. Die Geschwindigkeit soll hier auf 30 km/m begrenzt werden und die Autos sollen sich einen gemeinsamen Fahrstreifen mit der Straßenbahn teilen. Autofahrer werden so bedeutend länger brauchen, um diese Strecke zu überwinden und sollen stattdessen den Tunnel Blanka verwenden. Obwohl dieser schon September 2015 für den Verkehr geöffnet worden war, haben sich viele Autofahrer noch nicht an ihn gewöhnt. Zumal die Einfahrt in den Tunnel auf der Smíchov-Seite nicht ganz einfach zu finden ist.

Die Renovierung des Kleinseitner Ring rechnet mit dem Bau eines Brunnens im unteren Teil des Platzes und mit weiteren Bäumen, die sich zu der dort bereits stehenden einsamen Platane gesellen sollen. Außerdem werden bestehende Bordsteine entfernt und die gesamte Fläche nivelliert, um den Platz barrierefrei zu gestalten. Bänke sollen installiert und Platz für eine Skulptur geschaffen werden.

Mit einer Rückkehr der Statue des k.u.k. Feldmarschalls Joseph Graf Radetzky wird aber angeblich nicht gerechnet. Radetzky war der wohl bedeutendste Heerführer Österreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und zwischen 1858 – 1919 war die Statue auf dem Platz der heutigen Straßenbahnhaltestelle zu bewundern. Dabei bemüht sich der Radetzky-Verein Prag schon jahrelang um die "Rückkehr des Denkmals an den Ort, der ihm gebührt".

Laut stellvertretenden Oberbürgermeisterin Petra Kolínská sollen die Projektdokumentation und die Baugenehmigung für die Bauvorhaben in diesem Jahr verfügbar sein und nächstes Jahr sollen schon Bäume auf dem Kleinseitner Ring stehen.

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